BITTE BEACHTEN SIE UNSERE PRESSEMITTEILUNG: LEGO®verzichtet auf Veröffentlichung von Militärset

 

Worum geht es?
Im August 2020 will der dänische Klemmbausteinhersteller LEGO® das Set „42113 Bell-Boeing V-22 Osprey“ veröffentlichen – und damit erstmals ein Modell eines in aktuellen Kriegen eingesetzten Militärvehikels. Hier gibt es ein FactSheet über das Modell und sein reales Vorbild und hier unsere ausführliche Studie zum Thema.

 

 

Was ist die „Osprey“?
Bei der „Osprey“ (deutsch: Fischadler) handelt es sich um ein teilweise mit schweren Waffen ausgerüstetes Kipprotor-Transportflugzeug der Rüstungsfirmen Boeing® und Bell®. Die „Osprey“ wird heute von den verschiedenen Teilstreitkräften der US-Armee und von der japanischen Armee betrieben. Dabei ist das Flugzeug auch bei Kampfeinsätzen und Kommandoaktionen im Einsatz. Die Flugzeuge waren im Irak-Krieg im Einsatz und sind es aktuell etwa in den Kriegen im Jemen, in Mali, in Syrien und in Afghanistan. Dabei kam es nachweislich auch schon zu Einsätzen, bei denen Zivilist*innen und sogar Kinder getötet wurden. Eine zivile Version der „Osprey“ gibt es nicht.

 

 

Wie arbeitet LEGO® mit Rüstungsherstellern zusammen?
Das neue LEGO®-Set erscheint mit einer offiziellen Lizenz von Boeing® und Bell®. Laut dem „Stockholm International Peace Research Institute“ (SIPRI) ist Boeing® mit Rüstungsverkäufen von 26,08 Milliarden Euro (29,15 Milliarden US-Dollar) im Jahr 2018 der zweitgrößte Rüstungskonzern der Welt. 2019 machte die Rüstungssparte 34 Prozent am Konzernumsatz aus. Die Rüstungssparte des Luftfahrtkonzerns stellt neben der „Osprey“ auch Kampfjets, Kampfhubschrauber, Bomben und Raketen (sogar atomare Interkontinentalraketen) her. Es lassen sich unzählige Beispiele für den völker- und menschenrechtswidrigen Einsatz von Boeing®-Waffen auflisten.
Bell® kommt mit 3,18 Milliarden Euro (3,5 Milliarden US-Dollar) auf Platz 27. Bell® stellt neben der „Osprey“ auch Kampfhubschrauber und verschiedene Transporthubschrauber her.  Bell®-Waffen werden vornehmlich an das US-Militär verkauft, in deren Auftrag sie meist auch entwickelt wurden. Bell® (und sein Mutterkonzern Textron®) war lange Zeit einer der größten Produzenten von Streumunition.
Vom Verkaufserlös geht – wie bei anderen Lizenzsets – wohl ein Teil an die beiden Partnerunternehmen: Wer das Set kauft, finanziert damit also auch die beiden Waffenhersteller mit. Auf unsere mehrmaligen Nachfragen zur Zusammenarbeit mit Boeing® und Bell® reagierte LEGO® nicht.

 

 

Warum hat LEGO® bisher keine Militärmodelle im Programm?
Weil dies ein Bruch mit den eigenen Unternehmenswerten darstellt. LEGO® sieht sich als Spielzeughersteller mit hohem Anspruch in den Bereichen „Verantwortung“ (Responsibility) und „Nachhaltigkeit“ (Sustainability). Konkret gibt es eine Vorschrift, die militärische Modelle ausschließt: „Das grundlegende Ziel ist es, realistische Waffen und Militärausrüstung zu vermeiden, die Kinder aus Brennpunkten auf der ganzen Welt kennen könnten, und bei der Kommunikation von LEGO-Produkten von gewalttätigen oder beängstigenden Situationen abzusehen. Gleichzeitig soll die Marke LEGO nicht mit Themen in Verbindung gebracht werden, die Konflikte und unethisches oder schädliches Verhalten verherrlichen“ (LEGO®-Fortschrittsbericht 2010). Auch in anderen niedergeschriebenen Unternehmenswerten werden Militärmodelle ausgeschlossen.

 

 

Was kann ich tun?
Mach mit uns Druck auf LEGO®! Informiere Freund*innen und Familie – schick ihnen etwa den Link zu dieser Website. UND unterschreib hier die Petition an LEGO® und fordere mit uns die Kooperation mit den Rüstungsfirmen zu beenden und keine weiteren modernen Militärmodelle herzustellen! Du kannst auch zu einer unserer Aktionen vor LEGO®-Läden kommen:

20. Juli 2020, 11 Uhr, BERLIN, LEGO®-STORE TAUENTZIENSTRASSE 20
21. Juli 2020, 10 Uhr, HAMBURG, LEGO®-STORE SPITALERSTRASSE 12
22. Juli 2020, 13.30 Uhr, FRANKFURT AM MAIN, LEGO®-STORE ZEIL 106 ABGESAGT - INFOS HIER!

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